Die Juwelenboerse ist da, wo Menschen mit Geld anzutreffen sind
Eine echte Börse wie etwa die für Aktien gibt es für Juwelen nicht. Wie auch?
Handelt es sich bei Juwelen anders als bei Aktienhandel
doch um Einzelstücke, die schon deshalb nie identisch sein können, weil die Edelsteine, die aus einem Schmuckstück erst ein Juwel machen, immer von einander abweichen. Dennoch gibt es überall da, wo Menschen mit Geld und sogar mit viel Geld anzutreffen sind, Juwelenboersen – nur nennen die sich dann Auktionen. Bekannt sind die Juwelenauktionen, die ein international bestens bekanntes Auktionshaus immer dann in Kitzbühl oder St. Moritz abhält, wenn der Jetset in diese Wintersportorte einfällt. Dann ist die große Stunde der Pelzhändler, der Juweliere und der Auktionatoren gekommen und im Stundentakt werden Diademe, Colliers, Armreifen, Broschen und Ringe für sechsstellige Beträge
versteigert. Sollte mal ein Stück von Fabergé aus der Zeit um 1890 bis 1900 dabei sein, geht es auch schon mal in die Millionen. Aber auch in München, Hamburg oder Düsseldorf wird Schmuck versteigert, selbst in Städten mit eher einkommensschwacher Bevölkerung. Dann kommt aber eher Billig- und Massenware unter den Hammer, den das weltberühmte Wiener Auktionshaus, das DOROTHEUM,
das auch in Deutschland mit Dependancen vertreten ist, gar nicht erst annehmen würde. Was macht den Unterschied zwischen Schmuck und Juwel aus? Einmal die aufwändige, künstlerische Handarbeit und dann die Qualität der Edelsteine. Was die Edelsteine betrifft, so stehen die Klassiker hoch im Rennen, nämlich Brillant, Rubin, Smaragd und Safire, während sich die erst in den letzten Jahren entdeckten und geschürften Steine wie der leuchtend grüne Tsavorit – wiewohl selbst von Tiffany verarbeitet – noch schwer tun. Mit den Edelsteinen aus der preiswerteren Kategorie ist bei Auktionen selten Geld zu machen. Topase, Amethysten, Aquamarine oder gar Granaten gibt es in allen verarbeitungswürdigen Größen wie Sand am Meer. Aber Achtung: Sollte Ihnen einmal ein orange leuchtender, großer Edelstein, gefasst in einem üppigen Collier, sozusagen in die Augen stechen, dann könnte es ein Mandarin-Granat sein, der erst um 1990 in Namibia entdeckt wurde und von Edelsteinschleifereien sogar im Gewicht von über 20 Carat angeboten werden.